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Korporationsmagazin

ZUSAMMENARBEIT

Korporation Oberägeri

TEXT

Sabine Windlin

DATUM

1.4.2025

BRUDER KLAUS - ER BETET IN NEUER FRISCHE

 

Die Restauratorin Elisabeth Grall-Burst hat im Auftrag der Korporation Oberägeri das Bruder-Klaus-Bild im Chlausenchappeli restauriert. Zudem erhielt die Kapelle einen neuen Farbanstrich.

 

Wer schon mal vom Raten Richtung Gottschalkenberg spaziert ist, kennt es: das quaderförmige Chlausenchappeli mit dem steilen Giebeldach. Das Diminutiv ist angemessen, denn die Kapelle ist mit einer Fläche von rund 10 Quadartmetern wirklich sehr klein. Doch die Geschichte des 1665 errichteten Chappelis bewegt: Ursprünglich als Unterstand für die Einsiedler-Pilger erstellt, wurde es durch die Franzosen und Österreicher einst mutwillig zerstört. Ende des 18. Jahrhunderts hat man es wiederhergestellt. Gegen das Ende des 19. Jahrhunderts befand sich das Chappeli erneut in ruinösem Zustand, so dass es zum zweiten Mal renoviert werden musste. Die dritte und letzte umfassende Restaurierung durch die Korporation Oberägeri erfolgte vor 40 Jahren, im Jahre 1985.


Das kleine Häuschen befindet sich an idyllischer Lage, umgeben von Wald. Und hinter einem eisernen Gitter erspäht man jene Kostbarkeit, die unlängst restauriert wurde: das Bild mit der Darstellung von Bruder Klaus. Inschrift «Sel. Nicolaus v.d. Flüe, bitte für uns!». Gemalt wurde das Kunstwerk mit einer Höhe von knapp 1,40 Metern und einer Breite von 90 Zentimetern im Jahre 1910 vom Kirchenmaler Joseph Heimgartner. Eingefasst ist es in einen Rahmen aus Eichenholz. Da der Eingangsbereich nur mit einem Gitter versehen ist, ist das Bild stark der Witterung und wechselnden Temperaturen ausgesetzt.


Die Restaurierung war aufgrund von Abnutzungen, Farbanhebungen, Verklebungen und Verschmutzungen nötig. Damit beauftragt worden ist Elisabeth Grall-Burst, die auf die Konservierung und Restaurierung von Kunstwerken spezialisiert ist und die nötige Expertise  mitbringt. Zuerst wurde der Rahmen demontiert und gereinigt. Dann nahm sich die Restauratorin der Leinwand an, festigte wo nötig die Farbe, reinigte die Oberfläche und spülte diese in einem letzten Schritt mit einem feuchten Wattebausch ab. Am Schluss wurde die Leinwand mit Hilfe von Keilen neu gespannt. Damit nicht wieder Farbe am Rahmen kleben bleibt, hat man das Holz paraffiniert. Insgesamt hat Elisabeth Grall rund 30 Arbeitsstunden investiert. Finanziell beteiligt haben sich an der Restauration der Kanton, die Gemeinde und die Kirchgemeinde.


In der Sakrallandschaft von Oberägeri ist das Chlausenchappeli ein identitätsstiftendes Denkmal von heimatkundlichem und religionshistorischem Wert. Gleiches gilt für das Bild von Bruder Klaus, dem wohl bekanntesten Obwaldner Einsiedler, einem wichtigen Schutzpatron der Schweiz, der vor über 600 Jahren zur Welt kam und 1947 heiliggesprochen worden ist. Möge seine Präsenz all jene erfreuen, die an dieser Weggabelung Halt machen.